Das Projekt „Russische Filmtage“ stützt sich auf zwei Schwerpunkte: „Die Rückkehr des russischen Kinos“ und „Zuhause fremd – Russlanddeutsche in Deutschland“.
Unser erster Schwerpunkt befasst sich mit dem neuen russischen Kino. Nach
einer langen Krise seit dem Ende der Sowjetunion ist das russische Kino mit
dem überwältigenden
Erfolg von Andrej Swjaginzews Debütfilm „Die Rückkehr“ (u.a.
Goldener Löwe in Venedig 2003) auch in Deutschland wieder in den Mittelpunkt
des Interesses getreten.
Andere bemerkenswerte Filme in dieser Reihe sind „Armer, armer Pavel“ von
Vitaliy Melnikov und „Papa“ von .
Die ganzen 90er Jahre über hat das russische Kino sich gegenüber
den ins Land strömenden Hollywood-Filmproduktionen nicht behaupten können.
Der Versuch es zu imitieren, scheiterte. Erst jetzt beginnt man, sich auf eigene
Traditionen rückzubesinnen.
Mit 2,4 Millionen stellen Russlanddeutsche die größte Minderheit
Deutschlands. Mehr als 200.000 leben in der deutschen Hauptstadt. Vor dem Hintergrund
der mittlerweile über 15jährigen Geschichte ihrer Rückkehr nach
Deutschland suchen Russlanddeutsche immer noch nach Identität und Heimat.
In Russland waren sie „die Deutschen“; werden sie in Deutschland
immer „die Russen“, also Fremde bleiben?
Viele Filmemacher beschäftigen sich in den letzten Jahren mit dieser Frage,
wie beispielsweise Till Endemann in seinem Spielfilm „Mondlandung“ und
Mario di Carlo in „Deutschland wäre meine richtige Heimat“.
Wo stehen Russlanddeutsche in unserer Gesellschaft? Wie soll sich unsere
historische Verantwortung gegenüber Russlanddeutschen weiterentwickeln?
Auf diese Fragen und auf die Frage nach der Integrationsperspektive unserer „fremden
Landsleute“ soll diese Filmreihe eine künstlerische Antwort geben.
Die Russischen Filmtage tragen wesentlich zur Verständigung bei und sind
darüber hinaus eine Brücke zwischen der russischen und der deutschen
Bevölkerung sowie den anderen Nationalitäten in Berlin, wobei den
Russlanddeutschen eine besondere Bedeutung zukommt, denn sie stehen in der
Mitte zwischen den Russen und den Deutschen. Während der Filmtage soll
auch nach neuen Lösungen für die bestehenden Integrationsprobleme
gesucht werden, weshalb wir außer den Filmvorführungen auch Workshops,
Seminare, Vorträge und Lesungen mit Fachleuten, Wissenschaftlern, Regisseuren
und Künstlern veranstalten.
Wie anhand unseres Programms ersichtlich wird, umfasst unser Projekt mit
den beiden Themenschwerpunkten „Zuhause fremd“ und „Rückkehr
des Russischen Kinos“ insgesamt 21 Kurz-, Dokumentar- und Spielfilme.
Für die Filmvorführungen und Workshops werden wir ca. 10 Filmschaffende
und Experten aus Russland und ganz Deutschland einladen.