Basierend auf entsprechendem Archivmaterial, Berichten von Zeitzeugen sowie einer Vielzahl von literarischen Quellen versucht Melnikows Film, die historischen Ereignisse um die Verschwörung und den Mord an Paul I. im März 1801 zu rekonstruieren und nachzuvollziehen.
Der Imperator Paul I. ist der gesetzmäßige Nachfolger seiner Mutter, Katharina der Großen, gegenüber der er jedoch bereits als Kind einen tiefen Hass entwickelt. Gewalt in der Kindheit und die Entfremdung zu seiner Mutter lassen ihn zu einem reizbaren und äußerst labilen Menschen werden. 1796, mit 42 Jahren, besteigt er nach dem Tod Katharinas den Thron und macht sich nicht nur aufgrund seiner Wutausbrüche und seiner Unberechenbarkeit sehr bald sehr viele Feinde. Durch seine spontanen, unüberlegten und verrückten Aktionen gefährdet er nach der stabilen Regierungszeit Katharinas die gesamte Ordnung des Zarenreiches. Graf Pahlen, ein kluger und erfahrener Politiker, versteht sehr bald, dass Pauls Art und Weise Russland zu regieren das Land schnell in ein tiefes Unglück stürzen wird. Um dem entgegenzuwirken, beginnt der Graf gemeinsam mit anderen Adligen den Sturz des Zaren zu planen. Dieser jedoch weigert sich, seine Abdankung zu unterschreiben und wird daraufhin in der Nacht vom 11. März 1801 brutal in seinem Schlafzimmer erdrosselt.
Wie der Titel bereits vermuten läßt, ist “Armer, armer
Paul” weit davon entfernt, lediglich bloße historische Ereignisse
möglichst realitätsnah nachzuzeichnen. Was Melnikow vor allem
zeigt, ist ein persönliches, jedoch in keinster Weise wertendes Bild
eines unglaublich einsamen Menschen, welcher durch unglückliche Umstände
in eine Situation gerät, die er selbst nicht mehr kontrollieren kann.
Die Musik zum Film führt dabei ein kleines Eigenleben, ergänzt
die Bilder des Kostümfilms durch eine eigene Interpretation der Geschichte – und
wurde für diese Leistung im Jahre 2003 zurecht ausgezeichnet.