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Russische Filmtage

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FILME

Gelobtes Land – Gehasstes Land. Die Deutschen in Russland

Regie: Jochen Trauptmann, Deutschland 2002, 50 min, OF (Dokumentarfilm)

Die Russlanddeutschen. Eine bis heute nahezu unbekannte Tragödie.

Jochen Trauptmann gibt in seinem Dokumentarfilm einen Einblick in die Geschichte jener Deutschen, die vor mehr als 200 Jahren nach Osten zogen und die im 20. Jahrhundert als deutsche Minderheit von Stalin ausgelöscht werden sollten.

Im Jahre 1762 verspricht die russische Zarin Katharina II, selbst eine Deutsche, ihren siedlungswilligen Landsleuten ein Paradies auf Erden in den gerade eroberten Grenzregionen im Südosten Russlands. Ihnen fällt jedoch die Aufgabe zu, als Bollwerk gegen feindliche Nomadenstämme das Landesinnere zu schützen und gleichzeitig das Neuland unter ihren Pflug zu nehmen. Vor allem aus dem Südwesten Deutschlands, aus Baden und Württemberg, aus Bayern und der Pfalz, aus Ostpreußen ebenso wie aus der Schweiz und dem Elsass treibt es Menschen in das riesige, ihnen völlig unbekannte Zarenland. Etwa 1,6 Millionen in Russland lebende Deutsche zählt man zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die meisten von ihnen leben an der Wolga und im Süden der Ukraine. Die Russlanddeutschen besitzen eigene Kirchen, ihre Kinder besuchen eigene Schulen, sie singen ihre eigenen Lieder und schreiben ihre eigene Literatur. Bald schon erregen Reichtum und Erfolg der deutschen Siedler Neid und Missgunst bei ihren meist russischen Nachbarn.

Im 20. Jahrhundert werden die Russlanddeutschen zum Spielball der Geschichte, die deutsche Minderheit gerät zwischen die Mühlsteine der Politik. Der Überfall Hitlers auf die Sowjetunion liefert den Vorwand, das Schicksal der Russlanddeutschen zu besiegeln. Die 1918 von Lenin gegründete Wolgarepublik wird aufgelöst und die Russlanddeutschen nach Sibirien deportiert. Alle Männer über 14 Jahre und Frauen, die keine Kleinkinder zu versorgen haben, finden sich als Zwangsarbeiter in den Arbeitslagern wieder. Mehr als 300.000 Menschen sterben an Hunger, Krankheit und Erschöpfung. Noch lange nach dem Krieg jedoch, bis weit in die 50er Jahre hinein, sind die Russlanddeutschen Gefangene im eigenen Land, die deutsche Wolgarepublik wird nicht wieder hergestellt. Und so reisen nach dem Untergang der Sowjetunion fast zwei Millionen Russlanddeutsche aus, in die Heimat ihrer Vorfahren.

Jochen Trauptmann gelingt es, in seinem Film einen spannenden und außergewöhnlichen Einblick in die wechselhafte Geschichte der Russlanddeutschen zu bieten.


 


 
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