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Russische Filmtage

Die Rückkehr des russischen Kinos / Zuhause fremd

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FILME

Papa

Regie: Wladimir Maschkow. Russland 2004, 94 min., OV (dt. Textübersetzung)

An Tultschino, einem im jüdischen Siedlungsgebiet verlorenen Städtchen, huschen täglich Züge vorbei. Das Provinzstädtchen ist so klein, dass man es vergeblich auf großen Karten der Sowjetunion suchen würde. Und es wäre wohl naiv zu glauben, dass man in dieser tiefsten Provinz sein Glück finden kann.
In Tultschino glaubt es auch niemand. Immer wieder ertönt unter der russisch-jüdisch-ukrainischen Bevölkerung der Stadt der Aufruf aus dem Tschechowschen Drama: „Nach Moskau! Nach Moskau!“. Jeder in Tultschino träumt von einem Ausbruch aus der Einöde und Armut in diese gelobte Stadt. Und niemand will dem erfahrenen Mejer Wolf Glauben schenken, wenn er sagt, dass es kein gelobtes Land auf dieser Welt gibt; dass die Klagemauer nichts als eine alte Mauer ist und dass sich der Mensch nicht dort wohl fühlt, wenn er frei und satt sein kann, sondern nur in der Nähe von Menschen, die ihn lieben.

Mejer Wolf hofft vergeblich darauf, sich beim Lagerverwalter Abram Schwarz Gehör zu verschaffen. Der gewiefte, aber auch rührend naive Schwarz glaubt an etwas anderes: dass sein Sohn David den Durchbruch durch die undurchdringliche Mauer von Zügen schafft, die stets zu einem fremden Glück unterwegs sind.
Er wird David dazu zwingen, viele Stunden täglich den Geigenbogen zu bewegen, er wird versuchen, seinen Hass auf die Ausweglosigkeit von Tultschino in seinen Sohn hineinzuprügeln, und schließlich wird er Davids großen Erfolg erleben. Er wird David so erfolgreich sehen, wie er es selbst vor langer Zeit aufgegeben hat zu träumen.

Als bester Student der Moskauer Musikhochschule träumt David Schwarz auch vom großen Durchbruch. Doch dabei möchte er das Vorbeirauschen der Züge aus seiner Kindheit für immer vergessen. Er möchte sich, seine Freunde und Tanja, ein Mädchen, das in seiner Nachbarschaft aufgewachsen ist, davon überzeugen, dass er die Vergangenheit endgültig hinter sich gelassen hat. Sein Leben begann erst vor drei Jahren, als er aus dem Zug an einem Bahnhof der festlichen Hauptstadt ausstieg. Und ganz fehl am Platz ist in diesem neuen Leben der alte Abram Schwarz, der mit seiner Unbeholfenheit die beginnende glanzvolle Karriere zerstören könnte.

…Doch der alte Mejer Wolf hat recht: es gibt kein gelobtes Land auf der Welt, und der Erfolg bringt kein Glück, wenn man sich dafür von der eigenen Vergangenheit lossagen muss. Und wirklich glücklich ist man nur unter Menschen, die einen lieben…


 


 


 
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