Vor dem Hintergrund der mittlerweile über 15jährigen Geschichte
ihrer Rückkehr nach Deutschland suchen Russlanddeutsche immer noch nach
Identität und Heimat. In Russland waren sie „die Deutschen“;
werden sie in Deutschland immer „die Russen“, also Fremde bleiben?
Viele Filmemacher beschäftigen sich in den letzten Jahren mit dieser
Frage, wie beispielsweise Jochen Trauptmann in seinem Film „Gelobtes
Land – gehasstes Land“ und Mario di Carlo in „Deutschland
wäre meine richtige Heimat“.
Wo stehen Russlanddeutsche in unserer Gesellschaft? Wie soll sich unsere
historische Verantwortung gegenüber Russlanddeutschen weiterentwickeln?
Auf diese Fragen und auf die Frage nach der Integrationsperspektive unserer „fremden
Landsleute“ soll dieser Workshop eine mögliche Antwort geben.
Es wird außerdem eine Brücke geschlagen zu anderen in Deutschland
lebenden Migrantengruppen und versucht, Parallelen zu ziehen, Gemeinsamkeiten
zu finden und allgemein die Frage zu stellen: Was bedeutet Heimat eigentlich?
Ist das der Ort der eigenen Wurzeln oder der Ort, wo man lebt?
Nach einer langen Krise seit dem Ende der Sowjetunion ist das russische
Kino mit dem überwältigenden Erfolg von Andrej Swjaginzews Debütfilm „Die
Rückkehr“ (u.a. Goldener Löwe in Venedig 2003) auch in Deutschland
wieder in den Mittelpunkt des Interesses getreten.
Die ganzen 90er Jahre über hat das russische Kino sich gegenüber
den ins Land strömenden Hollywood-Filmproduktionen nicht behaupten können.
Der Versuch es zu imitieren, scheiterte. Erst jetzt beginnt man, sich auf
eigene Traditionen rückzubesinnen.
In der Studentenfilmreihe der Russischen Filmtage präsentieren Nachwuchsregisseure
ihre Filme und diskutieren im Anschluss daran über die derzeitige Situation
russischer Filmemacher: Unter welchen Bedingungen werden Filme produziert,
wer fördert freies Filmeschaffen, wie sieht es mit den Kontakten ins
Ausland aus?
„Anna will leben, leben will sie.
Ein Blick
in das Leben einer russlanddeutschen Frau“
Lesung mit Christel
Hoberg-Heese am Dienstag, 15.03.05 um 16 Uhr im Festsaal der Hackeschen
Höfe (Hof 1)
Diskussionsveranstaltung zum Thema „Geschichte(n) Russlanddeutscher“ mit
Experten im Anschluss an die Lesung.
Was sind Russlanddeutsche eigentlich? Warum kommen die jetzt zurück?
Wieso sind das Deutsche? Diese (bewusst provokanten) und andere Fragen sollen
während des Workshops beantwortet werden. Die Antworten finden sich
in der über zweihundertjährigen Geschichte der Russlanddeutschen
und den in dieser Zeit erbrachten wirtschaftlichen und kulturellen Leistungen,
die oft unter ungünstigen Rahmenbedingungen entstanden.
Das Wissen um die historischen Zusammenhänge kann und soll bei in der
Bundesrepublik geborenen und aufgewachsenen Deutschen Verständnis für
die Probleme der Russlanddeutschen wecken.
Bei den Russlanddeutschen - insbesondere bei der jüngeren Generation
- kann und soll das Wissen um die eigene Geschichte ihr Selbstbewusstsein
stärken und sie dabei unterstützen, ihren eigenen aktiven Beitrag
zur Integration in die hiesige Gesellschaft zu leisten. Gerade dieser aktive
Beitrag zur Integration ist notwendig, um die in den eingangs gestellten
Fragen zum Ausdruck kommenden Vorurteile abzubauen.
Am Donnerstag, den 17.03.2005 findet im Ballhaus Rixdorf in Berlin -
Kreuzberg ein Konzert mit der Russin Suzanna und ihrer Band
statt.
Suzanna ist mit russischer Musik und Sprache aufgewachsen. Viele Lieder
lernte sie schon von ihrer Großmutter und Mutter, die in Baku geboren
und in Rußland großgeworden sind. Suzanna reiste viel umher.
Es trieb sie oft nach Paris, wo sie mit Emigranten auf Pariser Plätzen,
in Cafés und schließlich auch in Theatern und Clubs auftrat.
Dann lebte sie einige Zeit in Barcelona.
Jetzt lebt sie in Berlin, wo sie 1999 ihre ersten Konzerte gab.
Anschließend legt DJ-IngIsKhan russische Musik auf.
Das Konzert beginnt um 21 Uhr, die Karten
kosten 8 Euro.
Kartenvorverkauf unter 030.27 58 98 55